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EL 308 − Einsatz und Verwendung

Spindelrasenmäher Fortschritt P 941

Der Spindelmäher Fortschritt P 941 mit dem Namen "Rasant" wurde in Wutha bei der Firma Petkus produziert. Andere Quellen geben als Hersteller den VEB Mähdrescherwerk Weimar an. Entwickelt wurde dieser Motorrasenmäher wahrscheinlich im VEB DIMA Landmaschinenbau Dingelstädt/Eichsfeld. Der P 941 kostete damals 2270 Ost−Mark. Das 335 kg schwere, selbstfahrende Gerät mit einer Schittbreite von 80 cm fand vor allem Verwendung bei der Pflege von großen Grünanlagen oder Sportplätzen. Als minimale Schnitthöhe konnten 2 cm eingestellt werden. Der folgende Spindelrasenmäher wurde 1973 hergestellt.

Fortschritt P 941

P 941 P 941 P 941 P 941

Hochdruckverdichter BRTG

Im VEB Geraer Kompressorenwerk wurde ein Zweizylinder − Hochdruckverdichter mit der Bezeichnung A3HW1−32/70 hergestellt. Das Gerät hat einen Ausgangsdruck von ca. 150 bar und wurde mit einem Filter-und Abscheidesystem auf einem Rohrrahmen montiert und mit einem EL 308 angetrieben. Dieser Hochdruckverdichter wurde wahrscheinlich seit Mitte der 60er Jahre bei den Streitkäften des Warschauer Paktes eingesetzt. Das Gerät diente bei dem taktischen Raketenkomplex 9K52 Luna−M vorwiegend zum Befüllen von Druckluftflaschen mit öl− und geruchfreier Druckluft und hatte die Bezeichnung BRTG. Vermutlich wurde das Aggregat mit einem vierachsigen, allradgetriebenen LKW ZIL−135LM mitgeführt, der gleichzeitig auch als Startrampe für die taktische Rakete 9M21 diente.

Eigenbautraktor

Natürlich wurde auch der EL 308 auch in Eigenbautraktoren eingebaut. Die folgenden Bilder zeigen einen solchen Traktor mit Knicklenkung und Hydraulikanlage.

Eigenbautraktor

Eigenbautraktor Eigenbautraktor Eigenbautraktor Eigenbautraktor

Hier ein anderer Kleintraktor mit EL 308, gesehen beim Traktortreffen Kemnitz 2009.

Eigenbautraktor Eigenbautraktor

Sprühblaser S 881

Der Sprühblaser S 881 diente zur Bekämfung von Krankheiten und Schädlingen im Forst, im Obstbau und an Einzelbäumen. Das luftbereifte einachsige Anhängegerät vom VEB Bodenbearbeitungsgeräte Leipzig konnte wahlweise für Gespannzug (S 881/1) oder Traktorzug (S881/2) geliefert werden. Mit dem 325 kg schweren Gerät konnte wahlweise ohne Umbau gesprüht, gestäubt oder naßgestäubt werden. Beim Sprühen wurde das Spritzmittel als Suspension, Emulsion oder Lösung aus dem 200 Liter fassenden Tank von einer kleinen Kreiselpumpe direkt an die Blasdüse geführt und dort durch den kräftigen Ventilatorluftstrom zerstäubt und ca. 15 m weit in die Bäume geblasen. Beim Stäuben wurde das staubförmige chemische Bekämpfungsmittel aus dem 60 kg fassenden Staubbehälter über eine verstellbare Zuteileinrichtung direkt der Saugseite des Ventilators zugeführt, von diesem angesaugt und ca. 25 m in die Bäume geblasen. Beim Naßstäuben wurde normal gestäubt und eine geringe Menge Wasser versprüht um die Haftfähigkeit der Stäubemittel zu erhöhen. Der EL 308 treibt bei dieser Maschine den Ventilator mit einer Fördermenge von 1900 m³/h sowie die Kreiselpumpe und die Staubzuführung an. Der Bediener sitzt hinten auf dem Gerät und bedient das Spritzmittelventil, den Stellhebel für die Staubzuführung und steuert die Blasdüse. Im folgenden zwei Prospektbilder aus den späten 50er Jahren und zwei Fotos, die den Sprühblaser im Einsatz zeigen.

S 881

S 881/1 S 881/2 S 881/2

Sprüh− und Nebelgerät POMOSA S 139

Ein anderes Anhängegerät für den Pflanzenschutz war das Sprüh− und Nebelgerät POMOSA S 139, das vom VEB Berliner Spezial−Geräte hergestellt wurde. Der EL 308 trieb hier einen Ventilator mit einer Leistung von 2400 m³/h an. Außerdem war an den Motor noch ein Kompressor vom Typ 46/200 A mit einer Leistung von 12 m³/h bei ca. 6 bar angeschlossen. Das Gerät war sowohl für Traktorzug als auch für den Gespannzug geeignet. Der Spritzmitteltank fasste 50 Liter. Das POMOSA S 139 hatte damals einen Richtpreis von 3500 Ost−Mark. Leider existieren keine Fotos mehr. Hier ein Katalogbild.

S 139

Pulververstäuber

Wahrscheinlich gegen Ende der 40er Jahre entstand dieses Foto von einem Pulververstäuber im Einsatz. Die Funktionsweise ist die gleiche wie bei dem oben beschriebenen Sprühblaser. Gut zu erkennen die frühe Version des EL 308 mit der gelochten Grundplatte. Das Gerät stammt wahrscheinlich von der Firma GLORIA Rheinpfälzische Maschinen und Metallwaren−Fabrik Carl Platz Ludwigshafen. Nähere Informationen gibt es leider nicht.

Pulververstäuber

Eissäge

Ebenfalls gegen Ende der 40er Jahre wurde dieses Foto gemacht, während einer Zeit, in der aufgrund der Kriegeszerstörungen und der allgemeinen Not ein großer Mangel an Kühlschränken und Kältemaschinen bestand. Während dieser Zeit wurden sowohl für die Lebensmittelkühlung im privaten Bereich, als auch für die Kühlung bei der industriellen Herstellung und Lagerung, besonders von Nahrungsmitteln, große Mengen Natureis benötigt. Dieses wurde mit motorgetriebenen Eissägen in Blöcke geschnitten. Eine solche Eissäge mit EL 308 zeigt das folgende Foto.

Eissäge

Seilwinde

Natürlich wurde der EL 308 auch in Seilwinden eingebaut. Im folgenden Foto aus den späten 40er Jahren treibt der EL 308 eine Weinbergwinde an. Leider gibt es keine weiteren Informationen über dieses Gerät.

Seilwinde

Langholzanhänger

Die folgenden beiden Bilder zeigen Anhänger zum Transport von Langholz, bei denen der EL 308 eine fest montierte Seilwinde antreibt, mit der die Stämme auf den Anhänger gezogen werden können. Wahrscheinlich handelt es sich nicht um die gleichen Anhängertypen. Als Hersteller könnte der VEB Kombinat Forsttechnik Waren in Frage kommen. Nähere Angaben sind nicht bekannt. Das erste Bild entstand vor 1955, das zweite wahrscheinlich in den 70er Jahren.

Langholzanhänger Langholzanhänger

Motorwinde

Bei dieser motorbetriebenen Seilwinde auf einem Anhängerfahrgestell handelt es sich um eine Spezialmaschine, die im Bereich der Kanalreinigung−und Wartung zum fördern von Sinkstoffen eingesetzt wurde. Die Winde hat eine Zugkraft von 1500 kg und besitzt einen schwenkbaren Ausleger. Diese Winden wurden in den 50er und 60er Jahren von der Firma Dühmert in Berlin gebaut. Das folgende Foto wurde uns freundlicherweise vom Institut für Abwasserwirtschaft Halbach zur Verfügung gestellt.

Seilwinde

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